Innenentwicklung

Der Landkreis Main-Spessart ist ein solider Wirtschaftsstandort mit mittelständischen Unternehmen wie auch Global Playern. Gleichzeitig bietet er mit seinen Wäldern und Tälern einen attraktiven Naturraum für verschiedene Freizeitaktivitäten. Neben fünf Städten über 10.000 Einwohner gibt es viele kleinere Orte mit lebendigem Vereinsleben und zahlreichen Festen. Main-Spessart als ländlicher Landkreis bietet im Gegensatz zu Ballungszentren gute Gründe zum Wohnen – niedrige Wohnkosten, eine hohe Lebensqualität oder das Leben in einer funktionierenden Dorfgemeinschaft.

Ein Ziel des Regionalmanagements Main-Spessart ist es, die Lebensqualität in den Orten des Landkreises zu erhalten. Dazu gehört der Ansatz der „Innenentwicklung“, das bedeutet,  lebendige Ortskerne zu gestalten z.B. durch die Förderung der Nahversorgung oder durch die Vermeidung von Leerständen. Seit seiner Einrichtung im Jahr 2010 unterstützt das Regionalmanagement die Landkreisgemeinden darin, Innenentwicklung umzusetzen.

Es gibt viele gute Gründe für Gemeinden, verstärkt auf Innenentwicklung zu setzen: lebendige Ortsmitten erhalten, alte Bausubstanz bewahren, Flächen sparen und damit Ressourcen schonen. Was bedeutet das konkret? Anstatt neue Wohnbaugebiete am Ortsrand auszuweisen, werden Bestandsimmobilien in der Ortsmitte saniert und ggf. vorhandene Baulücken genutzt. Damit bleiben die Orte attraktiv und nutzen die vorhandene Infrastruktur optimal.

Nach zahlreichen Veranstaltungen, Workshops und einer Broschüre zum Thema hat das Regionalmanagement nun diese landkreisweite Verkaufsplattform erstellt, auf der Objekte in den Gemeinden angeboten werden können. Dies soll dazu beitragen, dass Verkäufer und Käufer schneller zueinander und viele Objekte in den Ortsmitten eine neue Bestimmung finden.


Vorteile des Bauens bzw. Sanierens im Innenort

Hakengewachsenes Wohnumfeld

Hakenkurze Wege zu Geschäften, Treffpunkten, Einrichtungen wie Schule etc., 
           Teilhabe am Dorfleben ohne Auto möglich – besonders wichtig auch für 
           Kinder / Jugendliche und später im Alter!

Hakenvielfältige Nutzungsmöglichkeiten: Platz für Hobbys, Gewerbe usw.

Hakengeringere Kosten für Erschließung und Unterhalt der kommunalen
           Infrastruktur

HakenErhalt eines attraktiven Ortes durch gepflegte Gebäude und ein lebendiges
           Dorfleben

HakenBeitrag zum Umweltschutz durch Nutzung vorhandener Flächen und
           Ressourcen


Hintergrund: Warum ist Innenentwicklung, also die Nutzung von Gebäuden und Grundstücken im Innenort, für die Gemeinden so wichtig?

Aspekt demographischer Wandel

Das Schlagwort vom „demographischen Wandel“ hat inzwischen längst die Runde gemacht und die meisten werden wissen, was unter diesem Begriff zu verstehen ist: Weniger Geburten und gleichzeitig eine höhere Lebenserwartung führen zu einer insgesamt geringeren und durchschnittlich älteren Bevölkerung. Daneben ist insbesondere der ländliche Raum von Abwanderung betroffen: Vor allem junge Menschen verlassen ihre Heimat und ziehen in die Städte, was die oben genannte Entwicklung noch verstärkt.

Für den Landkreis Main-Spessart wird ein Bevölkerungsrückgang von rund fünf Prozent bis zum Jahr 2038 im Vergleich zu 2018 prognostiziert (Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2038), wobei die Zahlen innerhalb des Landkreises stark schwanken zwischen den wirtschaftsstarken Orten im Maintal und kleineren Gemeinden zum Beispiel im Spessart.

Obwohl damit absehbar ist, dass der Bedarf an Wohnraum in Main-Spessart zurückgehen wird, und in vielen Gemeinden die bereits vorhandene Fläche den zukünftigen Baulandbedarf um ein Vielfaches übersteigt, werden von vielen Gemeinden nach wie vor Neubaugebiete ausgewiesen. Für die bestehenden Altorte bringt diese Entwicklung große Herausforderungen mit sich:

Da für Neubaugebiete die kommunale Infrastruktur wie Wasserver- und Abwasserentsorgung etc. noch ausgeweitet werden muss, entstehen bei sinkender Bevölkerungszahl steigende Kosten für Kommunen und Bürger.

Leerstände, der Verfall der Bausubstanz sowie ungenutzte Baulücken machen den gesamten Ort für alle Bewohner zunehmend unattraktiver

Aspekt Flächenverbrauch

Durch weitere Neubauten am Ortsrand gehen die Zersiedelung im Außenbereich und die Flächenversiegelung weiter, während gleichzeitig bestehende Potenziale im Innenort brachliegen.

Die Inanspruchnahme von Flächen für Siedlung und Verkehr nimmt stetig zu (von 1980 bis 2017 um 51%), steht aber in keinem Verhältnis zur Bevölkerungsentwicklung (19% Zunahme im gleichen Zeitraum). Im Jahr 2017 wurden in Bayern täglich 11,7 ha Freifläche in Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewandelt, das entspricht in etwa der Fläche von 17 Fußballfeldern (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, www.stmuv.bayern.de, Boden → Flächensparen → Daten und Fakten)! Damit werden wichtige Funktionen des Bodens für den Naturhaushalt gestört, gleichzeitig verschärft sich die Konkurrenz zu anderen Flächenansprüchen. Durch die Nutzung von Gebäuden oder Grundstücken im Ortsinneren können bislang nicht verbaute Flächen weiterhin für Natur, Landwirtschaft, Grund- und Hochwasserschutz sowie Erholung zur Verfügung stehen.

Warum geht Innenentwicklung jeden einzelnen etwas an?

In diesem kurzen Video, das in Zusammenarbeit mit der Sinngrundallianz entstand, erzählt „Anna“ aus dem kleinen Dorf „Heimat“ eine Geschichte zum Nachdenken und Nachmachen.

Gefördert durch:

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